Kultur aus Passion Sömmersdorf

TV-Beitrag: Ein Hobbit in Sömmersdorf


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Vergangenen Sommer lockten die Fränkischen Passionsspiele insgesamt 35.000 Zuschauer nach Sömmersdorf im Landkreis Schweinfurt. Es war die erfolgreichste Spielzeit in der 85-jährigen Geschichte der Passionsspiele. Diesen Sommer findet auf der neuen, überdachten Freilichtbühne nun die erste große Fremdveranstaltung des Sömmersdorfer Passionsspielvereins statt. Eines der drei Events ist das große „Der Herr der Ringe und der Hobbit“ Konzert. Der große Star dieses Konzerts war bereits jetzt in Sömmersdorf zu Gast.

Sehen Sie hier den Beitrag auf TV Mainfranken (3:28).

 

 

Juliwochenende mit drei musikalischen Highlights

Im Sommer erwartet Sie ein musikalisches Wochenende der Superlative: Gleich drei Konzerte sind auf der Freilichtbühne in Sömmersdorf zu Gast. Sichern Sie sich jetzt schon Ihre Karten.

Den Anfang macht am Freitag, 19. Juli 2019, „The Music of Hans Zimmer & Others – A Celebration of Filmmusic“. Wohl kein Komponist hat mit seinen überwältigenden Kompositionen die Welt des Films so sehr geprägt wie der Oscar-, Globe- und Emmy-Gewinner Hans Zimmer. Das Konzert wird vom Hollywood Philharmonic Orchestra sowie einem Chor und internationalen Solisten präsentiert, mit einer beeindruckenden Lichtshow, Projektionen sowie ausgewählten Filmeinspielungen.

Weiter geht es am Samstag, 20. Juli 2019, mit „Der Herr der Ringe & Der Hobbit – Das Konzert“. In einer zweistündigen Abendaufführung sind Sie dabei, wie die sagenhafte Trilogie von J.R.R. Tolkien in einem einmaligen musikalischen Ereignis zum Leben erweckt wird. Von den bedrohlichen Klängen Mordors und dem schrillen Angriff der schwarzen Reiter bis hin zu den wunderschönen lyrischen Melodien der Elben – fast 100 Mitwirkende werden die Freilichtbühne von Sömmersdorf in einen musikalischen Schauplatz von Mittelerde verwandeln. 

Den Abschluss bildet am Sonntag, 21. Juli 2019, „A Tribute to ABBA – The Original Show”. Die Show mit den Hits der schwedischen Superband gilt als eine der besten ABBA-Produktionen der Welt. Mit dabei ist immer mindestens ein Original ABBA-Band-Mitglied, um den Original-Sound sicherzustellen, u.a. Bassist Mike Watson, Janne Kling und Gitarrist Janne Schaffer. Präsentiert werden Ihnen die großen ABBA-Hits, Star-Solisten, Tänzer aus dem Film „Mamma Mia – here we go again“ und eine herausragende Band, um die einmalige Atmosphäre der bewegten 70er Jahre aufleben zu lassen. Wundervolle Songs wie „Chiquitita“, „Dancing Queen“ und „Mamma Mia“ laden ein zum Mitfeiern und garantieren zwei Stunden voller Freude, Tanz und Glückseligkeit.

Tickets für die drei Konzerte erhalten Sie hier.

 

 

Die HerzensBLECHer – der fränkische Eros

Der fränkische Eros …

… gibt sich die Ehre – und dem Konzert der HerzensBLECHer in der Robert-Seeman-Halle am 19.03.2017 um 18 Uhr seinen Namen.
Dass er dabei durchaus selbstbewusst auftritt, kann man unschwer an den Zeilen „Wir als Franken ham Glück bei den Frau’n …“ und „Unser fränkischer Eros haut alle um …“ erkennen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zudem werden Sie die Vor- und Nachteile von Wein und Bier sowie deren Auswirkungen auf die fränkische Frömmigkeit kennenlernen.
Freuen Sie sich auf die launenhafte Treue des weiblichen Geschlechts, die sportlichen und geistigen Höchstleistungen der fränkischen Männer und auf das große Glück zu zweit. Ebenso vielfältig wi
e der inhaltliche ist dabei auch der musikalische Spannungsbogen, den die HerzensBLECHer vom Rheinländer über Filmmelodien der 30-er Jahre bis hin zum Walzerkönig Johann Strauss und den Beatles spannen.

Sie tauchen ein in die Tiefen der männlichen Psyche und führen den fränkischen Eros schließlich sicher durch alle seelischen und musikalischen Turbulenzen zum dauerhaften Glück der wahren Freundschaft.

Eintritt: 12€

Vorverkauf ab 1.Februar im Rathaus Euerbach

15 000 Zuschauer sahen „Don Camillo“

Copyright: Anand Anders

Copyright: Anand Anders

Keine einzige der acht Freilicht-Vorstellungen von „Don Camillo und das rothaarige Mädchen“ wurde durch Regen gestört, keines der alten Motorräder oder Vespas machte die Grätsche, kein Schauspieler wusste nicht mehr weiter. Das Resümee, das Robert König als Vereinsvorsitzender von „Kultur aus Passion“ zieht: „Es war fantastisch!“

Damit meint er nicht nur das Wetter, das nur einmal beinahe nicht mitgespielt hätte: Als es in der zweiten Sonntagsvorstellung in der Pause tröpfelte und donnerte. Vier Kilometer weiter dagegen schüttete es wie aus Kübeln, 25 Millimeter Regen.

Fantastisch war für ihn auch die Schauspieltruppe aus dem Ensemble der Fränkischen Passionsspiele. „Die waren immer konzentriert, haben sich hinter der Bühne auf ihre nächste Szene vorbereitet. Ich hatte nie das Gefühl, dass da was passiert.“

Nur einmal gab es eine unerwartete Szene auf der Bühne: Als am zweiten Sonntag ein Windstoß die Ecke einer Tischdecke vor „Alberto’s Bar“ in die brennende Kerze auf dem Tisch hob und sie Feuer fing. Regisseur Hermann J. Vief eilte von der ersten Zuschauerreihe hinauf, um das brennende Stück Stoff auf die Bühnenseite zu werfen, wo sich ein Feuerwehrmann um die Beseitigung kümmerte.

Voll des Lobes ist König auch über die Zuschauer. An die 15 000 Besucher haben das Theaterspiel unter freiem Himmel gesehen, haben schon beim ersten Musikstück fröhlich mitgeklatscht. Und waren am Schluss immer aufgestanden, um tosenden Applaus zu spenden.

Die Live-Musik sei besonders „anregend“ gewesen, meint der Vereinsvorsitzende: Die Rock’n Roll-Musik von der Gruppe „Sir Prize“ begeisterte das Publikum.

Auch im Catering-Bereich sei es gut gelaufen. Pizza und Pasta, Vino und Birra waren stark gefragt. „Ich habe keine große Klagen gehört.“ Beim Eis, stilecht im Gelati-Wagen des Bauernhofes Götz aus Röthlein, bildeten sich zwar meist lange Schlangen, „aber nach dem ersten Wochenende hatten sie es im Griff.“

Nach der fulminanten Abschlussfeier für alle Beteiligten am Sonntagabend blickt der Vereinsvorstand schon wieder nach vorn: In zwei Jahren, 2018, werden wieder die Fränkischen Passionsspiele gezeigt. „Es gibt einen Vorstandsbeschluss, dass Hermann J. Vief und Marion Beyer wieder Regie führen“, sagt König. Nächste Woche wird es ein Vorgespräch geben.

König möchte auch, dass der Berliner Bühnenbauer André Putz, der für „Don Camillo“ das Bühnenbild entwarf, auch für die Passion verpflichtet wird. „Dass mehr los ist auf der Bühne“.

Was den Bau eines festen Daches über dem Zuschauerraum anbelangt, ein 2,5 Millionen-Euro-Projekt, hofft König, dass bis Oktober die Finanzierung geklärt ist. Nach Ausführungsplanung und Ausschreibung würde dann 2017 gebaut werden. „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt.“

 

Text: Silvia Eidel, Schweinfurter Tagblatt

Pures Vergnügen für die Zuschauer

Szene mit Monsignore

Copyright: Silvia Eidel

An der Wäscheleine fehlen noch ein paar Kleider und am Kirchturm müssen noch die Ecksteine aufgemalt werden. Ansonsten aber sieht die Freilichtbühne in Sömmersdorf schon richtig nach einem bunten italienischen Dorf der 1960er Jahre aus. Don Camillo wird sich dort ab Samstag abend in acht Vorstellungen mit Peppone herumstreiten, sich über seine rothaarige Nichte die Haare raufen und so gar nichts von einer modernen Kirche halten.

Es ist die „letzte, heiße Woche vor der Premiere“, drückt es Regisseur Hermann J. Vief aus, als am Dienstag abend die erste Durchlaufprobe beginnt. Jetzt geht es darum, das Zusammenspiel von Technik und Schauspiel zu finden. Die Sömmersdorfer Darsteller aus dem Ensemble des Vereins Fränkische Passionsspiele haben heute erstmals ihre Headsets auf. Über die Hälfte der 42 Schauspieler tragen feine Mikrophone, manche sind in Form einer Halskette versteckt wie bei der weiblichen Hauptdarstellerin Julia Martschoke, die als rothaarige Cat ihrem Onkel Don Camillo das Leben schwer macht.

Profis sind in der Technikkabine dabei, den Sound abzumischen. „Sie sehen heute zum ersten Mal das Stück“, erklärt Co-Regisseurin Marion Beyer. Zusammenhänge und Übergänge müssen ausgelotet werden, die Techniker müssen auf Text und Zeichen reagieren, müssen sich zurechtfinden in dem teils sehr turbulenten, vergnüglichen Theaterstück mit ernster Botschaft „Don Camillo und das rothaarige Mädchen“.

„Heute wird es noch pfeifen und dröhnen“, stimmt Hermann J. Vief seine Spieler ein, die sich geschminkt und in ihrem Rollenkostüm im Zuschauerraum unter den markanten Trichterschirmen versammelt haben. Aber „ab heute ist Echtsituation“, unterstreicht er. Das heißt: keine privaten Gespräche, wenn der Darsteller von der Bühne geht, kein „Scheiße, da hab ich mich verhaut“. „Mikro-Disziplin“ nennt der Profi-Regisseur dieses Verhalten. Ansonsten müssen wie an den Aufführungstagen hinter den Kulissen alle Utensilien, Motorräder oder Vespas bereit stehen, jeder muss pünktlich an Ort und Stelle sein.

„Ihr seid in euren Rollen drin“, puscht die Coburger Theaterpädagogin Marion Beyer. Schließlich wurde monatelang mit den einzelnen Akteuren geprobt, wurden vier Wochenenden von früh bis abends diszipliniert, aber mit viel Leidenschaft geübt. Jetzt solle jeder vor seinem Auftritt in eine Ecke gehen, sich hineindenken in seinen Charakter und in seine Szene, und dann mit diesen Gedanken konzentriert in das Spiel eintreten. „Kein Kaltstart, das sieht jeder Zuschauer“, ermahnt sie.

Dass die Technik-Abstimmung enorm wichtig ist, wird spätestens deutlich, als Musik wie „Jail House Rock“ bei der Schlägerei oder ein gefühlvolles „Whiter Shade of Pale“ bei der Liebes-Szene das Spielgelände erfüllt. Vor dem linken Bühnenrand greifen die fünf Musiker der Projektband „Sir Prize“ in die Saiten von Elektrogitarre oder Contrabass, hämmern aufs Keyboard oder Schlagzeug und lassen das Saxophon vibrieren.

Dass manchmal die Dialoge auf der Bühne kaum zu verstehen sind, wundert Hans Beyer nicht. „Deswegen muss die Anlage eingestellt werden“, erklärt der Ehemann der Regisseurin. „Heute spielen wir ja das erste Mal zusammen“.

Eigens für den Sömmersdorfer „Don Camillo“ haben sich die Musiker zusammengefunden, von Coburg bis Schwäbisch Hall. Beyer kennt sich hier allerdings schon aus: Er hat zu den Passionsspielen 2013 gemeinsam mit Martin Kleiner die neue Passionsmusik komponiert und auch live gespielt. Beide sind wieder dabei, „weil es ungeheuer viel Spaß macht.“

So wie sie nicht von Nervosität, sondern lieber von einer „Grundanspannung“ in der letzten Probenwoche sprechen, so agieren auch die Spieler auf der Bühne. „Das muss so sein, sonst wird nichts transportiert“, weiß Marion Beyer. Leidenschaft und Herzblut haben die Sömmersdorfer sowieso, sagt sie lächelnd. „Ihre Figuren leben.“

Das ist dem Theaterspiel anzumerken: Wenn Frank Greubel wutentbrannt oder pfiffig seinen Don Camillo gibt, wenn Norbert Mergenthal als Bürgermeister Peppone mit großen Sprüchen herumpoltert, wenn Julia Martschoke als selbstbewusste und zickige Cat den Männern den Kopf verdreht, wenn Johannes Gessner als naiver, intellektueller Hilfspfarrer agiert, wenn Sabine Nöth als geltungssüchtige, dominante Ehefrau von Peppone herumstolziert, dann ist das pures Vergnügen für die Zuschauer.

Jetzt herrscht nur noch angespannte Vorfreude, ergänzt ein zufriedener Vereinsvorsitzender Robert König bei. Jetzt soll es endlich losgehen.

 

Info

Die Zufahrt nach Sömmersdorf über die B 303 aus Richtung der Autobahn A 7 ist wieder offen, die Baustelle ist beendet. Es gibt noch Restkarten für die meisten Vorstellungen, am letzten Aufführungstag, Sonntag, 7. August, 15 Uhr, ist noch ein größeres Kontingent verfügbar. Info unter www.kulturauspassion.de

 

Die ausführliche Fotostrecke zum Artikel finden Sie hier

 

 

Text: Silvia Eidel, Schweinfurter Tagblatt